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Liebe zum Fest
„Jetzt beginnt wieder der Weihnachtswahnsinn!“, sagte neulich eine befreundete Pastorin zu mir. „Da predige ich meiner Gemeinde jedes Jahr, dass der Advent eine Zeit der Stille und der Einkehr ist. Dabei haste ich selber von einer Weihnachtsfeier zur nächsten!“
„Gibt es ein Leben nach dem Fest?“ fragt sich nicht nur die Weihnachtsgans Auguste, sondern auch so manche Verkäuferin und so mancher Anwohner in der Nähe eines städtischen Weihnachtsmarktes. Für viele sind diese Wochen überhaupt nicht besinnlich, sondern sehr anstrengend.
Dazu trägt auch die Tatsache bei, dass wir bei diesem Fest besonders empfindlich reagieren, wenn die Dinge nicht so sind, wie sie sein sollen. Wir sind sensibler als sonst. Außerdem haben viele Menschen sehr hohe Erwartungen an das Fest. Darum wird besonders viel Energie in die Vorbereitungen gesteckt. Es soll schön sein, das Essen soll schmecken, die Kinder sollen über dem Geschenkeauspacken glänzende Augen bekommen, der Baum muss perfekt zu den Gardinen passen… Vor allem aber muss es harmonisch sein.
Aber gerade wenn die Erwartungen besonders hoch sind, passiert es ganz schnell: die Katze war in einem unbeobachteten Augenblick am Braten und schon gibt’s Krach! (Wer hat das Tier reingelassen? – Bist du noch zu retten?) Wenn die pubertierende Tochter nicht mit unterm Tannenbaum sitzen, sondern zu einem Kumpel will, dann fließen schon mal mütterliche Tränen. (Warum denn gerade heute? – Ihr seht euch doch jeden Tag!) Schon kleine Dinge können am Heiligen Abend geradewegs in die Katastrophe führen.
Warum begegnen wir eigentlich gerade diesem Fest mit so hohen Erwartungen? Möglicherweise liegt es daran, dass Weihnachten nun einmal das „Fest der Liebe“ ist. Aber um der Liebe willen: überfordern Sie sich und Ihre Lieben nicht. Es muss nicht alles perfekt sein! Denken Sie daran: Es geht einzig um die Liebe Gottes im Stall von Bethlehem. Der Glanz dieser Liebe wird unser Weihnachten hell machen. Auch damals an der Krippe war nicht alles perfekt.
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